Schluss
Nach vielen interessanten und spannenden Gesprächen mache ich mich wieder auf den Heimweg Richtung Galgenen, entlang der Wägitaler Aa. Hier fliesst das das Wasser, mit dem Strom produziert wird, in den Zürichsee. Nach einer kurzen Strecke komme ich beim Haus meiner Ururgrossmutter vorbei. Sie ist in Siebnen aufgewachsen, direkt an der Wägitaler Aa. Mein Grossvater hat mir viel von ihr erzählt. So auch, dass wenn ein Gewitter über das Innerthal kam, die ganze Familie das Haus sofort verlassen musste. Auch Mitten in der Nacht, weil die Gefahr so gross war, dass die Wägitaler Aa, die sehr wild kam, das Haus bedrohte. Nach dem Bau der Staumauer sei die Gefahr nicht mehr so hoch gewesen, da der Stausee die Wassermasse auffängt.
Was würde passieren, wenn die Staumauer im Innerthal brechen würde?
Gefahrenkarte: Wenn die Staumauer brechen würde, wären diese Gebiete betroffen.



Waegitalersee_beidseitig[1].pdf
Auf dem Nachhauseweg bin ich noch bei Roland Ziegler vorbeigegangen, um ihm eine abschliessende Frage zu stellen, Roland ist der Leiter vom AXPO-Anlagenbetrieb. Hier könnt ihr es euch anhören:

Zuhause angekommen, grabe ich nochmals in der Vergangenheit.


Der alte Kasten meiner Ururgrossmutter verbirgt viele Schätze.

Dies war meine Ururgrossmutter, sie hiess Franzisca Kessler. Sie wuchs direkt an der Wägitaler Aa in Siebnen auf.

Er war Franziscas Ehemann und mein Ururgrossvater. Sein Name war Alois Ziegler-Kessler.
Fazit
Meine Anfangs Fragestellung war: «Kommt mein Strom mit dem ich gerade meine Facharbeit schreibe vom Kraftwerk Wägital?»
Meine Antwort lautet ja, aber nicht nur. Mein Strom kommt zu einem Teil aus dem Kraftwerk Wägital, aber nur, wenn dort eine Turbine läuft. Diese werden je nach Strombedarf eingeschalten.
Auch wollte ich mich auf die Reise machen, um die Geschichte rund um den Bau dieser Staumauer zu entdecken. Besonders wollte ich mehr über die Schicksale der Alt-Innerthaler erfahren.
Meine Reise von heute in die Vergangenheit hat mir gezeigt, dass es zu jener Zeit sehr wichtig war, Strom zu produzieren. Jeder wollte Strom. So nahm man in Kauf, dass einige Familien im Bergdorf Alt-Innerthal ihre Existenz verloren.
Dank meiner Facharbeit konnte ich zwei Seiten des Stauseeprojekts sehen.
Zum einen die Notwendigkeit des Stroms und der neuen Arbeitsplätze durch den Bau des Kraftwerkes zu jener Zeit.
Zum anderen lernte ich aber auch die Seite der Schicksale und die einschneidenden Ereignisse von der Bevölkerung des Alt-Innerthals kennen. Man nahm in Kauf, dass die Menschen durch die Errichtung des Stausees ihre Heimat verloren.
Es war sehr prägend, was mit den Innerthaler Bauern damals passierte. Ihr Schicksal, ihre geliebte Heimat zu verlassen, wünscht man keinem. Jedoch kann man das Ganze nicht rückgängig machen. Ich wünsche mir jedoch sehr, dass ich mit meiner Arbeit dazu beitragen konnte, dass diese prägenden Jahre nie in Vergessen geraten.
Auch heute sind wir abhängig von Strom. Vieles, was für uns als selbstverständlich angesehen wird, würde ohne Strom nicht funktionieren. So auch mein Computer, mit dem ich meine Facharbeit schreibe oder mein Kühlschrank, aus dem ich ganz selbstverständlich kühle Getränke herausnehmen kann.
Wir alle wollen Strom, aber würden wir dafür unsere Heimat opfern?
