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Tourismus

Nun bin ich an meinem nächsten Posten Tourismus angekommen. Hier hat es viele Boote mit Fischern sowie viele Wanderer.

Aber wie war der Tourismus vor dem Bau der Staumauer? 

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Bereits im Spätmittelalter wurde im Wägital gebadet. Wie das Jahrzeitenbuch von Innerthal festhält, sollen in den Pestjahren 1629/30 viele Kranke durch das Wasser der "Fläschlilochquelle" Linderung gefunden haben.

Der erste bescheidene Weg von Siebnen ins Wägital dürfte bereits vor dem Jahre 1000 entstanden sein.
Der Weg von Siebnen nach dem Stalden war steil angelegt. Vom Stalden führte er über die Flüeh ins Vordere Wägital.

1860 begann man mit dem Ausbau der Strasse, wobei die Linienführung lange Zeit unklar war. Schliesslich baute man die Strasse nicht dem alten Weg entlang über den Stalden, sondern dem Bachlauf entlang in der engen Schlucht zwischen Siebnen und Vorderthal.

Im Jahre 1861 war die Strasse bis nach Vorderthal fertig, ein Jahr später konnte man bereits bis ins Innerthal fahren. 

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erlebten verschiedene Bäder in der Schweiz eine Blütezeit. In unmittelbarer Nähe, in Nuolen, florierte das Mineralbad. Man wollte im Wägital nicht nachstehen, zumal die Fläschenlochquelle ein Badewasser von ausgewiesener Qualität lieferte.
Im Jahre 1862 entstand das Kurhaus Bad Wäggithal.
Das Kurhotel war mit «Bad Wäggithal» angeschrieben. Der Buchstabe H wurde später weggelassen. Heute ist die Bezeichnung Wägital üblich und korrekt. Das Kurhotel hatte einen sehr gepflegten Park mit edlen Sträuchern, Spazierwegen und einem Springbrunnen.
Ein eigener Kutschenbetrieb war für ein Kurhotel in dieser abgelegenen Gegend eine Notwendigkeit.

Am 1. März 1894 fuhr die eidg. Postkutsche zum ersten Mal ins Wägital. In den folgenden 28 Jahren erlebte sie so manchen Sturm, und immer wieder wurde der Verkehr durch Erdrutsche und Felsstürze unterbrochen. Der gelbe Postwagen musste am 1. Juni 1922 dem modernen Postautomobil weichen.
In einem Prospekt von 1876 wird Hinter-Wäggithal als Milch-, Molken- und Luftkurort beschrieben. Gelobt wird vor allem die «patriarchalische Alpenwelt», die mehr als andere geeignet sei, dem Gast Ruhe zu vermitteln, damit «Körper und Seele wieder sein eigen werden».

Der Prospekt nennt auch das Entstehungsjahr 1861/62 und berichtet, dass das Kurbad Wäggithal über alle auch die modernsten Kureinrichtungen verfüge. 60 Personen könnten in bequemen Zimmern mit herrlicher Aussicht untergebracht werden.

Nach der Jahrhundertwende hielt auch der Skisport im Wägital Einzug, allerdings nur zögerlich. Als Skigebiet galt der nahe Muttriberg. Dieser Sport wurde jedoch nur von wenigen Kurgästen ausgeübt.
Bei tiefen Temperaturen wurde in der Teuffi ein Natureisfeld für die Kurgäste angelegt, aber auch das Schlittschuhlaufen war damals noch eine wenig bekannte Sportart. Die Winterkurgäste frönten mehr dem Schlittensport.
Das Telefon hielt 1903 Einzug im Wägital.
1908 kam auch die elektrische Stromversorgung.
Rund 60 Jahre lang herrschte in Innerthal Kurbetrieb.

​Die Stadt Zürich hatte bereits vor dem Ersten Weltkrieg die Gebäude und Anlagen des Kurhauses erworben, danach aber nur noch die nötigsten Unterhaltsarbeiten ausgeführt. Schon damals war klar, dass eines Tages das Kraftwerk gebaut und die Talebene dem Stausee geopfert werden würde. Mitte September 1919 dampfte zum aller letzten Mal das Badewasser in den Kabinen des einst berühmten und bekannten Kurbades Wäggithal. 1924, kurz vor dem Aufstau des Wägitalersees, wurden die Gebäude gesprengt,  nachdem sie während der Bauzeit der Staumauer den zahlreichen Gastarbeitern als Unterkunft gedient hatten.
Was nach dem Aufstau übrig blieb, ist die Erinnerung an einen einst angesehenen Kurbetrieb. 

Quelle:  Schwyzer Hefte Nr. 27 "Das Bad Wäggithal" Zur Geschichte des früheren Badekurortes Innerthal (1862-1924), 1983, Verlag Schwyzer Hefte

www.sz.ch/kulturförderung

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Kurgäste in Alt-Innerthal

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Inserate aus dem alt Innerthal

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Hier könnt ihr euch noch einen Podcast über den Tourismus anhören:

 
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