Schicksale
Nun bin ich an meinem nächsten Posten angelangt. Ich stehe hier am Ufer des Wägitalersees.
Was passierte mit den betroffenen Bauern?

Innerthal versinkt in den Fluten.
Der Speichersee des Kraftwerks, der flächenintensivste Teil der gesamten Kraftwerkanlage, kam auf dem Gebiet der Gemeinde Innerthal zu liegen. Gut 500 Hektaren Land mussten die Kraftwerksbetreiber erwerben, um den Talkessel im hinteren Wägital in einen See samt Umfahrungsstrasse zu verwandeln. 32 Liegenschaften lagen ganz oder teilweise im künftigen Staugebiet. Auch die Kirche, das Posthalterhaus sowie das von der Stadt Zürich erworbene Kurhotel «Bad Wägital» lagen mitten im künftigen Stausee. Insgesamt waren gut 280 Personen betroffen. Das war ein grosser Teil der damaligen Gesamtbevölkerung. Im Jahre 1920 lebten nämlich gerade mal 369 Personen im Innerthal.
Wie viele Menschen waren also tatsächlich gezwungen, Innerthal wegen des neuen Stausees zu verlassen? Die stark abweichenden Angaben in den verschiedenen Publikationen zeigen auf, dass es keine gesicherten Zahlen gibt. Ein offizielles, von den Behörden begleitetes Umsiedlungsprojekt scheiterte. Aus diesem Grund wurde auch nie in einer offiziellen Zählung festgehalten, wie viele Personen wegen des Kraftwerks Innerthal weggezogen sind und welche Personen andere Gründe zur Abwanderung hatten.








Ein Projekt zur Rettung der Gemeinde
«Mit der Ueberstauung des Talbodens im hinteren Wäggital wird ein Wirtschaftsgebiet, das bisher nicht nur landschaftlich, sondern auch im Erwerb seiner Bevölkerung einen selbstständigen Lebensraum umfasste, recht eigentlich ins Herz getroffen.» Mit diesen Worten unterstrich Professor Hans Bernhard (1888-1942) von der Schweizerischen Vereinigung für Innenkolonisation und Landwirtschaft (SVIL) die Dringlichkeit eines fundierten Umsiedlungsprojekts für die Gemeinde Innerthal. Damit sollte der «Weiterbestand der Gemeinde» gesichert werden. Zwar nahm der Stausee insgesamt nur 1/10 der Fläche Innerthals ein, doch genau diese Fläche im Talkessel war das wichtigste zusammenhängende Landwirtschafts- und Siedlungsgebiet der Gemeinde. In seinen Arbeiten zum Umsiedlungsprojekt untersucht Bernhard die Wirtschafts- und Bevölkerungsverhältnisse der Gemeinde.





