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Staumauerbau

Ich stehe an der unteren Seite der Staumauer und sehe die 66 Meter nach oben. Die Bauarbeiten begannen im Januar 1922 und dauerten 4 Jahre. 

Das Kraftwerk Wägital kann auf zwei verschiedenen Gefällstufen Strom erzeugen, weshalb es auch als zweistufiges Projekt bezeichnet wird. Aufgrund dieser Planung mussten alle Anlagen doppelt angelegt werden.
So durchqueren zwei Staumauern das Wägital. An zwei verschiedenen Stellen führen Druckleitungen die Wassermassen in zwei verschiedene Maschinenhäuser, wo die Turbinen und Transformatoren mit der Kraft des Wassers Strom erzeugen. 
Die grosse Staumauer, die im Schräh das hintere Wägital abschliessen sollte, war das mit Abstand grösste Bauwerk der Kraftwerksanlage.
Allein die Aushubarbeiten, um die Staumauer in sicherem Fels zu verankern, dauerten über ein Jahr bis im September 1923. Es war ein gewaltiger Eingriff in den Talboden. Die bestehende Wägitalstrasse musste umgeleitet und neu angelegt werden. Die Aushubarbeiten hatten eine bis zu 30 Meter tiefe Furche im Talboden hinterlassen.

Nun begann die Firma Locher & Cie mit den Betonierarbeiten.
Am 19. Juli 1924, mehr als zwei Jahre nach Baubeginn, war die Mauer so weit fertiggestellt, dass mit dem Aufstauen begonnen werden konnte. Aber auch zu diesem Zeitpunkt war die Staumauer noch nicht fertig ausgebaut. Erst am 30. Oktober 1924 war es so weit. 

Der grosse Stausee im Wägital und das kleinere Ausgleichsbecken im Rempen dienen somit der Speicherung der Wassermassen. Um Strom erzeugen zu können, müssen diese Wassermassen über die Stollen und Druckleitungen jeweils in ein Maschinenhaus geleitet werden. Ein solches wurde sowohl im Rempen als auch in Siebnen gebaut. 

Von den 111 m Gesamthöhe sind 66 m über dem Talboden sichtbar. 

Die Krone ist 150 m lang und 4 m breit. Die maximale Stauhöhe 900 m ü. M. berücksichtigt einen Meter Sicherheitsmarge, der für den Fall eines Bergsturzes oder Hochwassers vorgeschrieben ist.

Der Stausee wird als Einjahresspeicher genutzt und darf aus geologischen, landschaftlichen und betrieblichen Gründen nur bis auf die minimale Stauhöhe 880m ü. M. abgesenkt werden. 
Bei seiner Inbetriebnahme war es das größte Pumpspeicherkraftwerk der Welt. 

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Ich hatte das Privileg, eine Führung durch das Kraftwerk Wägital zu bekommen und dabei auch in die Staumauer hineingehen zu dürfen

Christian Stockinger, der Leiter des Kraftwerks, nahm sich einen ganzen Morgen Zeit, um mir eine Führung zu geben.

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Wir sind einmal ganz durch die Staumauer gelaufen und auf der anderen Seite wieder rausgekommen. Hier auf dem Bild sieht man das Häuschen, durch das wir reingekommen sind.

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Christian Stockinger hat erzählt, dass sie auch an der Aussenwand immer wieder Wartungsarbeiten machen müssen, damit kein Moos oder kleine Bäumchen wachsen. Es gibt monatliche Kontrollen innerhalb der Staumauer, ob sich die Staumauer bewegt oder sich etwas geändert hat.

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Weg nach unten innerhalb der Staumauer. Früher musste man das alles an einer Leiter hinunterklettern. Heute hat man einen Lift. 

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Wir mussten einige Treppen runtergehen, um in die Staumauer zu gelangen. Als wir reinkamen, war es gleich um einiges kühler. Ich konnte noch aufrecht gehen, aber jemand, der zwei Köpfe grösser ist als ich, hätte sich ducken müssen. Es war sehr eindrücklich, vor allem wenn man bedenkt, dass sich auf der einen Seite des Ganges einfach Wasser befindet. 

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Alle 5 Jahre wird der Ausgang des Stausees an der Wasserfassung kurz vor dem Dorf mit diesem mehrere Tonnen schweren «Rechen» verschlossen. Dann kann man in die Druckstollen hinein und kontrollieren, ob alles in Ordnung ist.

Podcast in dem auch ein Interview mit dem Kraftwerksleiter Christian Stockinger enthalten ist: 

Geschichte von Rosa Schuler:

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